Dreimal verschoben und dann war es soweit. Offen gestanden bin ich mehr als unzufrieden mit meiner Arbeit. Heftiges Licht und unerwartete technische Probleme.
Ich beziehe mich dabei ganz konkret auf meine Arbeit. B. hat alles gegeben und mitgeholfen, dass es trotz der Schwierigkeiten ein paar entspannte Stunden vor Ort wurden.
Was war denn so dramatisch?
Das ist relativ einfach. Keine Ahnung wodurch das ausgelöst wurde, so fair möchte ich schon auch mit mir selbst umgehen, waren die Einstellungen für den Autofokus zerschossen.
Ab der ersten Minute lieferte die Kamera nur Brei, egal was ich versucht habe. Selbst eine kurze Unterbrechung, in der ich versucht habe, dem Fehler auf die Spur zu kommen brachte keinen Erfolg. Ich bin alle entsprechenden Einstellungen im Menü durchgegangen, ich konnte den Fehler nicht finden oder abstellen. Und ja...ich behaupte immer noch, dass ich das Gerät gut kenne.
Darauf, dass mir ausgerechnet so etwas wie der Autofokus Schwierigkeiten machen könnte, hätte ich niemals vermutet. Warum auch, lief immer problemlos, zuverlässig, gut. Selbstverständlich?
Es kann einen schon zum verzweifeln bringen, etliche gute Szenen nicht einfangen zu können, weil das Biest nur Matsche liefert.
Abbruch?
Wäre eine Möglichkeit gewesen.
Was geht einem da durch den Kopf...?
Die schwierige Terminplanung mit wetterbedingten Verschiebungen, der nicht unerhebliche Aufwand für B. die entsprechenden Klamotten zusammen zu stellen. Dabei so zu planen, dass wir die Umkleidekabine nicht benötigen (ihre eigene Entscheidung), die vielen kleinen Details in der Kleidung, um die sie sich Gedanken gemacht hat. Die Anfahrt zur Location usw.
Ich hatte zwei Kameras geplant, aber ohne eine Backup-Kamera. Dabei besitze ich eine, die technisch nicht so viel anders konzipiert ist, nur mit einem Prozessor weniger.
Zwei unterschiedliche Systeme, aufgrund der Brennweite, aufgrund der Möglichkeiten.
Die Probleme haben mich so aus dem Konzept gebracht, dass ich anfing mich nur noch um die Bildschärfe zu kümmern und alle normal notwendigen und selbstverständlichen Schritte, die zu einem guten Ergebnis führen, zu komprimieren. Zu schnell, zu hastig, zu nervös, zu dilettantisch. Ich konnte später oft nur mit dem Kopfschütteln, welche Dinge ich häufiger einfach übersehen habe.
Meine Lösung statt Abbruch? Manueller Fokus...kannte ich von früher ein wenig, ein Versuch war es wert. Nach ein paar Fehlschlägen klappte es, auch wenn mich die kurze 200%-Anzeige bei halbgedrücktem Auslöser ein paar mal eher verwirrt hat.
Sich aber eher auf die Bildschärfe zu konzentrieren ist eine blöde Idee.
Einmal scharf gestellt und ich feuerte ein fach los. Mache ich sonst nicht wirklich, mir reichen oft drei annähernd identische Foto, doch hier wollte ich unbedingt wenigstens ein paar Aufnahmen, die verwertbar sind...
Viel Ausschuss, viele ähnliche Aufnahmen. Unnötig Mehrarbeit am Rechner, mehr Zeit für weniger Ergebnisse. Schlimm genug. Schlimmer fand ich allerdings, dass ich erst zwei Tage nach dem Shooting bereit war, mich um die Fotos zu kümmern. Ich wollte mich mit dem Desaster nur ungern beschäftigen und war überzeugt, dass nicht viel gutes dabei sein kann. Anders als sonst fand ich auch bei Entwicklung nur schwer und verzögert Zugriff auf eine Bearbeitung die sich für mich richtig anfühlt.
...also lehrreich war es.
derpuma - 12. Aug, 16:15